Grillen am offenen Feuer

Apr. 2026

Unser Event "Das Römische Fest" oder was moderne Küchen von den Römern lernen können

Eine Reise zwischen Feuer, Wein und Geschichte

Am 26. März 2026 lud die AGÖ gemeinsam mit dem Weingut Oppelmayer und Adi Bittermann nach Göttlesbrunn. Ein stimmungsvoller Mix aus Presshaus und Weinkeller, begleitet von offenem Feuer (Asado) und ausgewählten Weinen.

Der inhaltliche Rahmen ging jedoch weit über die Kulinarik und das schöne Ambiente hinaus. Inspiriert von der römischen Esskultur rund um Carnuntum und die 14. Legion wurde ein Bogen gespannt – von historischen Küchenpraktiken hin zu aktuellen Fragestellungen der Großküchen-Branche.

Was diesen Abend besonders gemacht hat, war der intensive Austausch unter den Menschen. In den Gesprächen wurde deutlich, dass die Herausforderungen in unseren Betrieben vielfältig und gleichzeitig ähnlich sind, unabhängig von Größe oder Konzept.

Im Mittelpunkt standen Themen wie:
•    Effiziente Prozesse vs. gelebtes Handwerk
•    Der Einfluss von Digitalisierung auf Küchenabläufe
•    Der steigende Druck auf Kosten, Qualität und Nachhaltigkeit

Gerade diese Gespräche zeigen, wie wertvoll der Austausch von Erfahrungen und Perspektiven innerhalb unserer Branche ist.

Präsentation im Weinkeller

Was wir aus dem alten Handwerk der Römer lernen können

Ein besonderes Highlight waren die Gespräche mit Adi Bittermann rund um das Arbeiten am offenen Feuer. Dabei wurde klar, dass sich die Prinzipien von Qualität über Jahrtausende kaum verändert haben:

1. Qualität beginnt vor dem Kochen
Nicht die Zubereitung allein entscheidet, sondern vor allem auch die Vorbereitung. Ein hochwertiges Produkt im Einkauf, Timing und der richtige Umgang mit Rohstoffen sind entscheidend.

2. Einfachheit ist eine Stärke
Gerade bei hochwertigen Produkten braucht es nicht mehr – sondern weniger. Die Reduktion auf das Wesentliche ist kein Verzicht, sondern Ausdruck von Können.

3. Gefühl und Erfahrung bleiben unersetzbar
Trotz aller Technik: Kochen bleibt ein Handwerk, das Intuition und Erfahrung verlangt.

Gute Gespräche in schönem Ambiente


Tradition trifft Struktur: Eine Brücke zur modernen Küche

So traditionell das offene Feuer wirkt, die dahinterliegenden Prinzipien sind hochaktuell. Denn auch in modernen Küchen gilt: Ohne Struktur gibt es keine konstante Qualität.

Ob in der römischen Legion oder im heutigen Großbetrieb:
•    Klare Abläufe
•    Gute Vorbereitung
•    Transparente Planung
… sind die Basis für funktionierende Küchenprozesse.

Der Unterschied liegt heute in den Werkzeugen. Digitale Systeme ermöglichen eine präzisere Planung, bessere Datenbasis, mehr Transparenz im Alltag. Sie ersetzen nicht das Handwerk – sie unterstützen es.

Fazit: Die Zukunft liegt in der Verbindung

Das „Römische Fest“ hat vor allem gezeigt, dass die Zukunft der Gastronomie nicht im Entweder-oder liegt.

Nicht Tradition oder Digitalisierung.
Nicht Handwerk oder Prozesse.

Sondern in der Verbindung beider Welten.

Wer es schafft, bewährte Prinzipien mit modernen Strukturen zu kombinieren, schafft die Grundlage für nachhaltige Qualität und entlastet gleichzeitig den Küchenalltag.

Und vielleicht ist genau das die wichtigste Erkenntnis des Abends:
Die Systeme in den Küchen haben sich verändert.
Ihre Grundprinzipien und das Handwerk nicht.

Mir hat es auf jeden Fall gezeigt, dass solche Events nicht nur sehr viel Freude bereiten, sondern auch neue Einblicke geben.

Danke an alle Beteiligten für einen inspirierenden Abend!

Ihr Georg Foidl